Journalist werden in Österreich: Wege, Ausbildung, Einstieg

Journalistin oder Journalist werden Sie in Österreich über ein Studium, eine Akademie oder einen Lehrgang, über Praktikum und Aspirantenzeit in einer Redaktion, als Quereinsteigerin oder Quereinsteiger oder über freie Mitarbeit. Dieser Überblick zeigt jeden Weg mit Dauer, Kosten und Quellen und verweist auf die vertiefenden Ratgeber.

Einen vorgeschriebenen Weg gibt es nicht: Laut AMS ist Journalismus in Österreich ein freies Berufsfeld ohne vorgeschriebenen Ausbildungsweg (AMS-Berufslexikon). Üblich sind Studium, Kolleg oder Lehrgang, Praktikum und Aspirantenzeit in einer Redaktion, der Quereinstieg mit Fachwissen und die freie Mitarbeit – oft in Kombination.

Stand: 01.10.2026

Die Wege im Überblick

Die Wege lassen sich kombinieren, etwa Studium mit Praktika und freier Mitarbeit. Die Reihenfolge ist keine Wertung.

WegDauerFür wenMehr dazu
Studium an Universität oder FachhochschuleBachelor meist 6 Semester, Master 4 SemesterWer mit Matura oder gleichwertiger Zulassung akademisch einsteigen willStudium, Journalismus studieren
Akademie oder Lehrgangje nach Angebot einige Wochen bis ein AusbildungsjahrEinsteigerinnen und Einsteiger, Studierende, Quereinsteigerinnen und QuereinsteigerAkademien und Lehrgänge
Praktikum und AspirantenzeitPraktikum bei Tages- und Wochenzeitungen höchstens zwei Monate, Aspirantenzeit höchstens zwölf MonateStudierende und Berufseinsteigerinnen und BerufseinsteigerIn der Redaktion, Praktikum und Volontariat im Journalismus
Quereinstiegkeine feste DauerMenschen mit Fachwissen aus einem anderen Studium oder BerufQuereinstieg
Freie Mitarbeitlaufend, auch neben Studium oder BerufWer regelmäßig für Medien arbeiten will, ohne angestellt zu seinFreie Mitarbeit

Studium: Publizistik, Kommunikationswissenschaft oder Journalismus

Als einschlägig nennt das AMS Studien der Publizistik, Kommunikationswissenschaft oder des Journalismus (AMS-Berufslexikon).

Universität

Kommunikationswissenschaftliche Bachelorstudien gibt es unter anderem an den Universitäten Wien, Salzburg und Klagenfurt; sie dauern sechs Semester. An der Universität Wien gibt es für Publizistik ein Aufnahmeverfahren. Details: Journalismus studieren.

Fachhochschule

Journalismus im Studiengangsnamen führen etwa die FHWien der WKW und die FH JOANNEUM in Graz. Fachhochschulen haben begrenzte Plätze und eigene Aufnahmeverfahren; der Studienbeitrag beträgt 363,36 € je Semester für Studierende aus EU/EWR und der Schweiz. Details: Journalismus studieren.

Laut Wirtschaftskammer erleichtert ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium den Einstieg; auch andere fachliche Hintergründe können die Chancen erhöhen. In der Regel erforderlich ist eine abgeschlossene höhere Schule (BIC.at). Laut Journalismus-Report VI hatten 2018/19 48 % der Journalistinnen und Journalisten in Österreich einen Hochschulabschluss, 52 % hatten kein Studium abgeschlossen (Medienhaus Wien, Journalismus-Report VI).

Akademien, Kollegs und Lehrgänge

Praxisorientierte Angebote, auch ohne Studienabschluss. Alle Angaben stammen von den Websites der Einrichtungen; die Auswahl ist keine Wertung.

Österreichisches Journalismus-Kolleg

Angeboten von der Österreichischen Medienakademie, vormals Kuratorium für Journalistenausbildung (Medienakademie). Vier Präsenzwochen und ein einwöchiges crossmediales Projekt, dazu Online-Phasen; das 35. Kolleg läuft von Oktober 2026 bis Juni 2027 (Journalismus-Kolleg).

Teilnahmegebühr 4.390 € für Freie und Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, 5.590 € für Journalistinnen und Journalisten bei Medienunternehmen, jeweils inklusive Umsatzsteuer. Formale Voraussetzungen gibt es nicht; Bewerbungen sind ganzjährig möglich (Bewerbung). Pro Jahrgang gibt es ein volles und zwei Teilstipendien (Stipendien).

Katholische Medien Akademie: Journalismus als Beruf

Studienbegleitender Kurs für Studierende aller Studienrichtungen mit 55 Praxis-Seminartagen und drei vermittelten einmonatigen Praktika (KMA).

Der Durchgang 2026/27 läuft von April 2026 bis Mai 2027; der Kursbeitrag beträgt 2.400 € inklusive Umsatzsteuer, jedes Praktikum wird monatlich mit 850 € gefördert. Die Bewerbungsfrist für diesen Durchgang endete am 15. März 2026 (KMA-Ausschreibung).

OÖ. Journalismusakademie: Grundkurs

Berufs- und studienbegleitender Grundkurs mit Terminen von Februar bis Juni 2027. Der Kursbeitrag beträgt 990 € bei privater Bezahlung und 1.300 € bei Kostenübernahme durch ein Unternehmen; Teilnehmende aus Oberösterreich erhalten laut Akademie voraussichtlich 150 € vom Land rückerstattet.

Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind ausdrücklich willkommen; die Anmeldung erfolgt mit kurzem Lebenslauf per E-Mail (OÖ. Journalismusakademie).

Für Berufstätige: Das fjum in Wien bietet Lehrgänge für Journalistinnen und Journalisten mit Praxis an, etwa den viermonatigen Zertifikatslehrgang Digitaljournalismus. 2026 kostete er 3.900 € für Journalistinnen und Journalisten; einen Termin für 2027 nennt das fjum noch nicht (fjum).

Praktikum und Aspirantenzeit in der Redaktion

Laut AMS erfolgt der Einstieg üblicherweise über ein Ferienvolontariat im Zuge der Ausbildung; daraus kann sich eine freie Mitarbeit oder eine fixe Anstellung entwickeln (AMS-Berufslexikon). Laut Wirtschaftskammer erfolgt die praktische Ausbildung in der Redaktion (BIC.at).

Praktikum

Bei Tages- und Wochenzeitungen ist ein journalistisches Praktikum laut Kollektivvertrag ein bezahltes, befristetes Dienstverhältnis von höchstens zwei Monaten (KV, § 7a). Bei Zeitschriften und Fachmedien sind es höchstens drei Monate pro Kalenderjahr (KV Zeitschriften, § 6a).

Volontariat

In Österreich ist ein Volontariat eine freiwillige, unbezahlte Tätigkeit zu Ausbildungszwecken ohne Arbeitsverhältnis – anders als das Redaktionsvolontariat in Deutschland (Unternehmensserviceportal).

Redakteursaspirant

Die Ausbildung zur Redakteurin oder zum Redakteur im Dienstverhältnis. Bei Tages- und Wochenzeitungen dauert sie seit 1. Juni 2024 höchstens zwölf Monate (Abschlussdokument 2024), bei Zeitschriften und Fachmedien höchstens drei Jahre (KV Zeitschriften, § 6).

Dauer, Bezahlung und Rechte im Detail erklärt der Ratgeber Praktikum und Volontariat im Journalismus.

Quereinstieg mit Fachwissen

„Viele Journalistinnen und Journalisten sind Quereinsteiger*innen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen“, schreibt die Berufsinformation der Wirtschaftskammer (BIC.at).

Was die Quellen sagen

Das AMS nennt als möglichen Hintergrund je nach Themengebiet etwa Rechtswissenschaften, Politologie, Geschichte, Sport, Tourismus oder Musikpädagogik und verlangt vertiefte Kenntnisse über das jeweilige Fachthema (AMS-Berufslexikon). Das Journalismus-Kolleg richtet sich ausdrücklich auch an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger (Journalismus-Kolleg), ebenso der Grundkurs der OÖ. Journalismusakademie (OÖ. Journalismusakademie).

Allgemeine Einschätzung

Wer aus einem anderen Beruf kommt, kann sein Fachgebiet als Ressort nutzen, etwa Recht, Wirtschaft, Technik oder Gesundheit. Hilfreich sind erste Veröffentlichungen, ein Grundkurs in Recherche und Medienrecht und Kontakt zu Redaktionen, die über das Thema berichten. Eine feste Regel oder Garantie für den Einstieg gibt es nicht.

Freie Mitarbeit

Häufig erfolgt der Einstieg über ein Volontariat oder eine freiberufliche Tätigkeit (BIC.at). Freie arbeiten ohne Anstellung für eine oder mehrere Redaktionen.

Honorare und Verträge

Für ständige freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Mindesthonorare: bei Tages- und Wochenzeitungen im Gesamtvertrag, bei Zeitschriften und Fachmedien im Kollektivvertrag. Sie gelten nur für Freie, die unter die jeweilige Regelung fallen. Beträge und Einheiten stehen im Ratgeber Journalist Gehalt in Österreich.

Selbständig arbeiten

Die Wirtschaftskammer nennt Journalistinnen und Journalisten ausdrücklich als Beispiel für Neue Selbständige (WKO). Was das für die Versicherung bedeutet, erklärt der Ratgeber Sozialversicherung für freie Journalisten; zum Presseausweis ohne feste Redaktion siehe Presseausweis für freie Journalisten.

Was man mitbringen sollte

Diese Anforderungen nennen AMS und Wirtschaftskammer für den Beruf. Welche berufsethischen Grundsätze dazukommen, beschreibt der Ratgeber Presserat und Ehrenkodex in Österreich.

  • Sprache: gutes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen und sichere Rechtschreibung (AMS)
  • Fachwissen: vertiefte Kenntnisse über das jeweilige Fachthema und gute Allgemeinbildung (AMS, BIC.at)
  • Recherche und Denken: Informationsrecherche, kritisches und analytisches Denken, rasche Auffassungsgabe (BIC.at, AMS)
  • Digitales: Umgang mit sozialen Medien und digitalen Tools; häufig werden Fremdsprachen und SEO-Kenntnisse verlangt (BIC.at, AMS)
  • Kontakt: Kommunikationsfähigkeit und Kontaktfreude (BIC.at, AMS)
  • Belastbarkeit: Flexibilität, Selbstorganisation und die Bereitschaft, auch am Wochenende zu arbeiten (BIC.at, AMS)

Die ersten Schritte in der Praxis

Allgemeine Orientierung für den Start, unabhängig vom gewählten Weg; keine Vorgabe einer bestimmten Redaktion.

1

Arbeitsproben aufbauen

Erstellen Sie Beiträge zu Themen, die Sie kennen, etwa für Studierenden- oder Bezirksmedien oder einen eigenen Kanal. Ausbildungen fragen danach: Das Journalismus-Kolleg bittet um eine veröffentlichte Arbeitsprobe, falls vorhanden (Journalismus-Kolleg).

2

Themen anbieten

Bieten Sie Redaktionen konkrete Themen an: kurz, mit Aufhänger, Gesprächspartnern und möglicher Form. Zeigen Sie, warum es jetzt zu diesem Medium passt.

3

Erste Veröffentlichungen

Sammeln Sie veröffentlichte Beiträge mit Datum und Medium in einer Mappe oder auf einer eigenen Website. Sie dienen als Nachweis für Bewerbungen und Ihre regelmäßige Tätigkeit.

4

Netzwerk

Kontakte entstehen in Praktika, Kursen, auf Fachveranstaltungen und in Redaktionen. Wer zuverlässig liefert, wird eher wieder angefragt.

Verdienst und Absicherung

Verdienst

Bei Tages- und Wochenzeitungen beträgt das Mindestgehalt ab 1. Juni 2026 im ersten Aspirantenjahr 3.177 € und im ersten Redakteursjahr 3.457 € brutto im Monat; bei Zeitschriften und Fachmedien sind es im ersten Redakteursjahr 2.687 € (ab 1. Jänner 2026). Ständige Freie erhalten bei Zeitungen mindestens 56,80 € je 1.000 Anschläge. Alle Werte und Quellen: Journalist Gehalt in Österreich.

Absicherung

Freie Journalistinnen und Journalisten ohne Gewerbeschein sind meist Neue Selbständige und bei der SVS pflichtversichert, sobald ihre Einkünfte 2026 über 6.613,20 € im Jahr liegen. Melde- und Beitragsfragen erklärt der Ratgeber Sozialversicherung für freie Journalisten.

Presseausweis für Einsteigerinnen und Einsteiger

Maßgeblich ist nicht die Ausbildung, sondern die regelmäßige journalistische Tätigkeit – hauptberuflich oder nebenberuflich.

Wann er sinnvoll ist

  • Sie arbeiten regelmäßig journalistisch, auch nebenberuflich neben Studium oder Beruf.
  • Sie sind mindestens 18 Jahre alt.
  • Sie wollen sich bei Recherchen und Interviews ausweisen.

Der Presseausweis des ÖVFJ kostet 95 € für 12 Monate, 150 € für 24 und 180 € für 36 Monate, ohne Mitgliedschaft. Details: Voraussetzungen, Presseausweis nebenberuflich, Presseausweis für freie Journalisten.

Was er leistet und was nicht

  • Er begründet keinen Anspruch auf Zutritt oder Akkreditierung; darüber entscheiden Veranstalter und Stellen selbst.
  • Er gewährt keine Rabatte, Parkrechte oder sonstigen Sonderrechte.
  • Eine Ausbildung oder ein Studium allein reicht für den Antrag nicht.

Er belegt Ihre journalistische Tätigkeit. Wer jünger als 18 ist, findet Angebote im Ratgeber Jugendpresseausweis.

Häufige Fragen

Nein. Laut AMS ist Journalismus in Österreich ein freies Berufsfeld ohne vorgeschriebenen Ausbildungsweg (AMS-Berufslexikon). Ein Studium erleichtert laut Wirtschaftskammer den Einstieg (BIC.at). 2018/19 hatten 48 % der Journalistinnen und Journalisten einen Hochschulabschluss (Journalismus-Report VI).

Das hängt vom Weg ab: Ein Bachelorstudium dauert meist sechs Semester, das Journalismus-Kolleg ein Ausbildungsjahr mit vier Präsenzwochen und einer Projektwoche (Journalismus-Kolleg). Die Aspirantenzeit bei Tages- und Wochenzeitungen dauert höchstens zwölf Monate.

Ja. Laut Wirtschaftskammer sind viele Journalistinnen und Journalisten Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus unterschiedlichsten Fachbereichen (BIC.at).

Bei Tages- und Wochenzeitungen beträgt das Mindestgehalt ab 1. Juni 2026 im ersten Redakteursjahr 3.457 € brutto im Monat, im ersten Aspirantenjahr 3.177 €. Bei Zeitschriften und Fachmedien sind es 2.687 € im ersten Redakteursjahr. Details im Ratgeber Journalist Gehalt in Österreich.

Sie bieten Redaktionen Themen an und liefern gegen Honorar. Ohne Gewerbeschein sind Sie meist Neue Selbständige oder Neuer Selbständiger; ab 6.613,20 € Jahreseinkünften (2026) besteht Pflichtversicherung bei der SVS. Mehr unter Sozialversicherung für freie Journalisten und Presseausweis für freie Journalisten.

Den Presseausweis des ÖVFJ können Sie ab 18 Jahren beantragen, wenn Sie regelmäßig journalistisch tätig sind, auch nebenberuflich. Eine Ausbildung allein reicht nicht. Mehr unter Voraussetzungen; für unter 18-Jährige siehe Jugendpresseausweis.

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