Internationaler Presseausweis: Wer ihn in Österreich ausstellt und was er bewirkt

Die International Press Card der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) gibt in Österreich laut IFJ die Gewerkschaft younion aus, und zwar nur an ihre Mitglieder. Die Karte gilt zwei Jahre und ist für younion-Mitglieder mit bezahltem Beitrag kostenlos. Zutritt garantiert sie nicht: Über Visum, Akkreditierung und Zugang entscheiden das jeweilige Land, die Behörde oder der Veranstalter.

Alle Angaben stammen aus den Seiten der IFJ, der Gewerkschaften und der zuständigen Behörden, Stand 30.09.2026.

IFJ-Karte und Presseausweis des ÖVFJ im Vergleich Die IFJ-Karte im Detail

Auf einen Blick

  • Karte: International Press Card der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ)
  • In Österreich: Gewerkschaft younion, Wien
  • Für: Mitglieder einer IFJ-Mitglieds­organisation, Status als tätige Journalistin oder tätiger Journalist geprüft
  • Kosten: für younion-Mitglieder kostenlos
  • Gültigkeit: zwei Jahre ab Ausstellung
  • Format: Reisepassformat
  • Zugang: laut IFJ nie garantiert

Was heißt „international“?

Keine der geprüften Quellen beschreibt einen Presseausweis, den alle Staaten anerkennen müssen. Wie ein Ausweis im Ausland wirkt, hängt vom Land, von der Behörde und vom Veranstalter ab.

Die IFJ-Karte

Sie heißt international, weil sie über die Internationale Journalisten-Föderation läuft, einen Zusammenschluss nationaler Journalisten­gewerkschaften und -verbände. Eingeführt wurde sie laut IFJ beim Weltkongress 1927. Die IFJ stellt keine Karten direkt an Einzelpersonen aus, sondern nur über ihre Mitglieds­organisationen. (IFJ)

Nationale Ausweise

Das Österreichische Kuratorium für Presseausweise macht auf seiner Startseite keine Angaben zur Geltung im Ausland. (Kuratorium) Mehr zu diesem Ausweis: Presseausweis des Kuratoriums im Überblick. Die Gewerkschaft younion bietet neben der IFJ-Karte einen eigenen Europa-Presseausweis an. (younion-Antrag)

Behörden und Veranstalter

Sie legen selbst fest, welche Nachweise sie verlangen. Die IFJ schreibt selbst, dass privilegierter Zugang zu Medienterminen nie garantiert ist. (IFJ) Das Bundes­kanzleramt etwa verlangt von Auslands­korrespon­dentinnen und -korrespondenten neben einem nationalen oder internationalen Presseausweis auch ein Akkreditiv des Mediums. (Bundes­kanzleramt)

Die IFJ-Karte im Detail

Die IFJ führt für Österreich eine einzige Mitglieds­organisation: die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten – Kunst, Medien, Sport, freie Berufe, kurz younion. (IFJ-Mitgliederliste, IFJ Österreich)

Wer sie bekommt

  • Nur über eine Mitglieds­organisation: Die Karte gibt es ausschließlich für Mitglieder von Journalisten­organisationen, die der IFJ angehören. (IFJ, IFJ Österreich)
  • Geprüfter Status: Ohne Überprüfung als tätige Journalistin oder tätiger Journalist wird sie laut IFJ nicht ausgestellt. (IFJ)
  • Bei younion: Voraussetzung ist eine bezahlte Mitgliedschaft ohne Rückstände oder Zahlungslücken. (younion)
  • Ethik: Die Karte steht laut IFJ für das Bekenntnis zur Ethik-Charta der IFJ. (IFJ)

Kosten, Gültigkeit, Antrag

  • Kosten: Die IFJ verweist für den Preis auf die jeweilige Gewerkschaft. Bei younion ist die Karte für Mitglieder kostenlos; den Mitgliedsbeitrag beziffert die Presseausweis-Seite nicht. (IFJ Österreich, younion)
  • Gültigkeit: zwei Jahre ab Ausstellungs­datum. (IFJ Österreich, younion)
  • Format: im Format eines Reisepasses; younion bezeichnet die Karte insbesondere bei Aufenthalten außerhalb Europas als hilfreich. (younion)
  • Antrag: über die Hauptgruppe VIII von younion in Wien. Für ihre Presseausweise verlangt younion eine Redaktions­bestätigung über Tätigkeit und Einkommen oder einen Gewerbeschein, ein Belegexemplar, eine Kopie von Reisepass oder Staatsbürgerschafts­nachweis und ein Foto. (younion)

Bei der Gewerkschaft GPA können Journalistinnen und Journalisten als Mitglieder einen Presseausweis beantragen. Eine internationale Karte erwähnt die GPA auf ihrer Presseausweis-Seite nicht, und in der Mitgliederliste der IFJ für Österreich ist sie nicht aufgeführt. (GPA, IFJ-Mitgliederliste)

Weitere Ausweise von younion

Neben der IFJ-Karte nennt younion drei weitere Angebote, jeweils für Mitglieder.

Europa-Presseausweis

Für Mitglieder gratis. Verlangt wird ein Mindest­einkommen: bei Angestellten das Tarifgehalt eines Redakteurs­aspiranten im ersten Dienstjahr nach dem jeweiligen Kollektiv­vertrag, bei Selbständigen 50 Prozent davon, bei nebenberuflich ständig Mitarbeitenden 30 Prozent. Einen Rechtsanspruch auf den Ausweis gibt es laut Formular nicht. (younion-Antrag)

Auto-Presseschild

Das rot-weiß-rote Schild gilt laut younion nur zusammen mit einem gültigen Europa-Presseausweis. (younion)

Jugend-Presseausweis

younion bietet ihn Jugendlichen an, die bei Jugend- oder Schülerzeitungen tätig sind. (younion)

Arbeiten im Ausland: Was wirklich zählt

Für Recherchen im Ausland sind Einreiseregeln und Akkreditierungen entscheidend; ein Presseausweis ersetzt sie nicht.

Visum

Manche Staaten verlangen für journalistische Arbeit ein eigenes Visum. Die USA etwa: Wer dort als Medienvertreterin oder Medienvertreter arbeitet, kann laut US-Außenministerium weder mit dem Visa Waiver Program noch mit einem Besuchervisum einreisen, sondern braucht ein Media-Visum (I). Freie legen dafür einen Vertrag mit dem ausländischen Medium vor; Beschäftigte unabhängiger Produktionsfirmen brauchen, mit wenigen Ausnahmen, einen Nachweis einer journalistischen Berufsorganisation. (US-Außenministerium)

Akkreditierung

Behörden und Veranstalter legen eigene Nachweise fest. In Österreich verlangt das Bundes­kanzleramt von Auslands­korrespon­dentinnen und -korrespondenten ein Akkreditiv des Mediums, Reisepass, einen nationalen oder internationalen Presseausweis, Lebenslauf und Foto. Bei Drittstaats­angehörigen mit längerem Aufenthalt kommt ein Aufenthaltstitel hinzu; die Karte gilt bei Erstakkreditierung ein Jahr. (Bundes­kanzleramt) Mehr dazu unter Akkreditierung für Journalistinnen und Journalisten.

Sicherheit

Das US-Außenministerium rät Journalistinnen und Journalisten vor Auslandsreisen unter anderem, die örtlichen Gesetze zur Meinungsfreiheit zu prüfen und die Visaregeln zu klären. Außerdem sollen sie herausfinden, ob eine offizielle Presseakkreditierung nötig ist, und eine Versicherung abschließen, die medizinische Versorgung und Evakuierung abdeckt. (US-Außenministerium)

Der Presseausweis des ÖVFJ im Ausland

Er ist keine IFJ-Karte. Was er im Ausland leisten kann und was nicht:

Was er leistet

  • Dreisprachig: Der Text auf der Karte steht auf Deutsch, Englisch und Französisch.
  • Prüfbar: Über den QR-Code lässt sich die Echtheit prüfen. (Antragsseite)
  • Handlich: Scheckkarten­format, 85,60 × 53,98 mm. (Antragsseite)
  • Beleg der Tätigkeit: Er weist Sie als journalistisch tätig aus, auch nebenberuflich und ohne Mitgliedschaft.

Was er nicht leistet

  • Keine IFJ-Karte: Die International Press Card gibt es in Österreich nur über younion.
  • Kein Visum, keine Akkreditierung: Er ersetzt weder das eine noch das andere.
  • Keine Garantie: Ob ausländische Behörden oder Veranstalter ihn akzeptieren, entscheiden diese selbst.
  • Keine Sonderrechte: Wie jeder Presseausweis begründet er weder im Inland noch im Ausland Zutritt, Auskunft, Rabatte oder Sonderrechte. Die Nutzungsregeln für den ÖVFJ-Ausweis gelten auch im Ausland.

IFJ-Karte und Presseausweis des ÖVFJ im Vergleich

Zwei verschiedene Ausweise mit verschiedenen Voraussetzungen.

MerkmalIFJ International Press CardPresse­ausweis des ÖVFJ
AusstellerIFJ über younion (in Österreich)ÖVFJ, Antrag über presseausweis-beantragen.at
VoraussetzungMitglied einer IFJ-Mitglieds­organisation, geprüfter Status als tätige Journalistin oder tätiger Journalistregelmäßige journalistische Tätigkeit, auch nebenberuflich; ab 18 Jahren
Mitgliedschaftja bezahlte Mitgliedschaft bei younionnein
Kostenfür younion-Mitglieder kostenlos95 € einmalig für 12 Monate, 150 € für 24 Monate, 180 € für 36 Monate
Laufzeitzwei Jahre ab Ausstellung12, 24 oder 36 Monate
FormatReisepassformatScheckkarte, Text auf Deutsch, Englisch und Französisch, QR-Code zur Echtheitsprüfung

Häufige Fragen

In keiner der geprüften Quellen ist ein Presseausweis beschrieben, den alle Staaten anerkennen müssen. Selbst die IFJ schreibt, dass ihre Karte privilegierten Zugang zu Medienterminen nie garantiert. Welche Nachweise gelten, legen Länder, Behörden und Veranstalter fest.

Laut IFJ die Gewerkschaft younion (Gewerkschaft der Gemeindebediensteten – Kunst, Medien, Sport, freie Berufe) in Wien. Sie ist die einzige österreichische Organisation in der Mitgliederliste der IFJ.

Nein. Die IFJ gibt die Karte nur über ihre Mitglieds­organisationen und nur an deren Mitglieder aus. Bei younion ist eine bezahlte Mitgliedschaft ohne Rückstände Voraussetzung.

Sie gilt zwei Jahre ab Ausstellungs­datum. Für younion-Mitglieder ist sie kostenlos; die IFJ verweist für den Preis auf die jeweilige Gewerkschaft.

Das hängt vom Land ab. Die USA etwa verlangen für journalistische Arbeit ein eigenes Media-Visum; Visa Waiver Program und Besuchervisum reichen dafür laut US-Außenministerium nicht. Klären Sie die Einreiseregeln vor der Reise bei der Vertretung des Ziellandes.

Ein Presseausweis, den younion ihren Mitgliedern gratis ausstellt, wenn ein Mindest­einkommen nachgewiesen ist. Er ist nicht die IFJ-Karte; das Auto-Presseschild von younion gilt nur zusammen mit ihm.

Er ist keine IFJ-Karte. Die Karte trägt Text auf Deutsch, Englisch und Französisch und einen QR-Code zur Echtheitsprüfung und belegt Ihre journalistische Tätigkeit. Ob ausländische Behörden oder Veranstalter ihn akzeptieren, ist nicht garantiert.